Reisekrankheiten bei Hunden nehmen ständig an Bedeutung zu. Vor allem Hunde, die aus Mittelmeerländer kommen, können an den dort vorkommenden Erkrankungen wie z.B. Babesiose, Ehrlichose, Leishmaniose oder Dirofilariose erkranken.

Eine Gemeinsamkeit dieser vier Erkrankungen ist, daß die Erreger durch blutsaugende Gliederfüßler (Arthropoden) übertragen werden. Bei der Babesiose und Ehrlichose sind Zecken die Überträger, für die Leishmaniose sind es die kleinen Sand-Mücken (Phlebotomen) und bei der Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) die Stechmücken.

Verantwortungsbewusste Tierschutzorganisationen vermitteln ihre Hunde erst nach dem der sogenannte "Mittelmeercheck" durchgeführt wurde.

Zu den "sogenannten" Mittelmehrkrankeiten gehören:

Leishmaniose

Ehrlichiose

Borreliose

Babesiose

Dirofilariose

Giardiose

Leishmaniose

Die canine Leishmaniose ist eine gefährliche, oft tödlich verlaufende Erkrankung beim Hund. Doch Sie können Ihren Liebling schützen.

Ausgelöst wird diese Krankheit durch einzellige Parasiten (Leishmania infantum), die über den Stich von Sandmücken in die Blutbahn des Hundes gelangen. Ähnlich wie der Malaria-Erreger, der ebenfalls von bestimmten Mückenarten auf den Menschen übertragen wird. Der Erreger siedelt sich in Zellen im Blut, in der Haut und in Organen des Hundes an, vermehrt sich hier und führt so zu einem Zelluntergang und gesundheitlichen Schäden.

Krankheitsbild

Die Formen und Auswirkungen der Leishmaniose sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von einfachen Hautveränderungen bis hin zur tödlichen Allgemeinerkrankung. Meist beginnt die Erkrankung mit Haarverlust, starker Schuppenbildung und kleinen offenen Wunden, besonders um Augen und Schnauze herum. Später dehnen sich diese Anzeichen auf die Hinterbeine und den gesamten Körper des Hundes aus. Das Tier verliert seinen Appetit und nimmt deutlich ab. Auch Augenläsionen, Durchfall und Nasenbluten können auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Blutarmut (Anämie) und schweren Nierenschäden, was zum Tode des Hundes führen kann.

Wie kann sich ein Hund anstecken?

Übertragen werden die Leishmaniose-Erreger durch den Stich winziger Sandmücken. Diese Mücken sind nur rund zwei bis vier Millimeter klein und auf der Haut fast unsichtbar. Aufgrund ihrer Flügelhaltung werden sie auch Schmetterlings- oder Engelsmücken genannt. Sie sind in den Monaten Mai bis Oktober unterwegs und nur nachts aktiv, also von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang. Sie stechen vor allem im Freien, aber auch in Wohn- und Schlafräumen. Vorrangig leben diese Mücken in den Ländern des Mittelmeerraumes wie Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland und Türkei, aber auch in Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko. In den letzten Jahren wurden auch in anderen Regionen, sogar in Deutschland, Mücken gefunden, die als Leishmaniose-Überträger in Frage kommen. Ein Hund kann sich überall dort anstecken, wo mit Leishmaniose-Erregern infizierte Sandmücken vorkommen. Deutsche Hunde sind also vor allem auf Reisen in die oben genannten Regionen gefährdet.

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Viele Hundehalter haben bisher gänzlich auf eine Urlaubsreise mit ihrem Hund in gefährdete Gebiete verzichtet. Dies ist jedoch nicht notwendig. Werden einige Verhaltensregeln beachtet und trägt der Hund das neu zugelassene Protectorband, ist das Risiko der Ansteckung stark vermindert.

Zunächst wird empfohlen, sich mit dem Hund nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang nicht dort aufzuhalten, wo die Überträger-Mücken zu erwarten sind. Da Sandmücken windempfindlich sind, ist gegen einen abendlichen Spaziergang am Strand nichts einzuwenden. Auch in Schlafräumen ab dem zweiten Stockwerk besteht kaum die Gefahr, Sandmücken anzutreffen. Kritisch sind all die Regionen, die einige hundert Meter vom Strand entfernt sind und nicht mehrere Meter über dem Boden liegen.

Der Versuch, einen Hund durch Einreiben mit Anti-Mücken-Lotionen zu schützen, gestaltet sich schwierig. Erstens sind derzeit erhältliche Lotionen meist nicht konzentriert genug, um einen sicheren Schutz zu gewährleisten. Zweitens stechen die Mücken Hunde bevorzugt in Hautregionen um die Ohren, die Augen, die Schnauze und die Genitalien herum. Anti-Mücken-Lotionen sind hier nur schwer aufzutragen, ohne den Hund dabei zu belästigen oder gar zu gefährden. Nicht zuletzt muss der Schutz mit einer Lotion alle vier Stunden aufgefrischt werden, was relativ aufwendig ist.

Manche Hundehalter versuchen, den Schlafbereich des Hundes mit Moskitonetzen zu schützen. Wirkungsvoll scheint dies jedoch nur zu sein, wenn die Maschen des Netzes enger als einen halben Millimeter gefertigt sind und das Netz darüber hinaus mit einer Anti-Mücken-Lotion imprägniert wird. Letzteres ist aber nur dann möglich, wenn das Moskitonetz nicht aus Kunstfasern sondern aus Naturfasern gefertigt ist. Feinmaschige Naturfasernetze sind jedoch derzeit nicht erhältlich. Der Schutz durch herkömmliche Moskitonetze beträgt leider nur knapp 70 Prozent, in manchen Regionen ist die Schutzwirkung sogar gleich Null.

Seit diesem Frühjahr ist nun ein Protectorband zugelassen worden, dass den Hund über 6 Monate lang zu 90-100 Prozent vor den Stichen der Sandmücken und damit vor der Übertragung des Leishmaniose-Erregers schützt. Das Protectorband sollte zwei Wochen vor Reiseantritt angelegt werden, damit es seine Schutzwirkung entfalten kann. Die Wirkung bleibt über rund 6 Monate bestehen.


Diagnose und Behandlung

Wird ein Hund von einer Sandmücke gestochen und überträgt die Mücke mit ihrem Speichel den Leishmaniose-Erreger, so erkrankt der Hund nicht sogleich. Es dauert mindestens drei Monate, oft sogar ein Jahr oder länger, bis die Erkrankung ausbricht. Hundehalter, die den Verdacht haben, dass Ihr Hund sich mit dem Leishmaniose-Erreger angesteckt hat, sollten umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Anhand einer Blut- oder Gewebeprobe kann im Labor festgestellt werden, ob die Sorge berechtigt ist.
Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich. Sie dauert jedoch meist mehrere Wochen und ist recht zeit- und kostenaufwendig. Leider kommt es nach der Behandlung häufig auch zu Rückfällen.

Kann sich auch der Mensch anstecken?

Grundsätzlich können auch Mensch an der Leishmaniose erkranken. In Europa kommt die Erkrankung sehr selten vor, wenn, dann hauptsächlich bei immungeschwächten Personen. Die Behandlung der Leishmaniose beim Menschen ist relativ einfach und führt in der Regel zu einer endgültigen Heilung.

Ehrlichiose

Ehrlichiose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit der Hunde, die durch Zeckenbisse verbreitet wird. Diese Krankheit tritt erst seit einigen Jahren in Deutschland auf; es muß jedoch mit einer weiteren Verbreitung gerechnet werden.

Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 20 Tage.

Symptome

Phase 1

- Unspezifische Krankheitsanzeichen
Hohes, wiederkehrendes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und blasse Schleimhäute (Anämie). Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen sinkt.

Phase 2

– Subklinische Phase (Dauer 40 Tage – mehrere Jahre)
In dieser Zeit erfolgt entweder die spontane Ausscheidung des Erregers (= Heilung) oder es kommt zum dauerhaften Festsetzen des Erregers im Organismus (maximal 5 Jahre).

Die Hunde sind meist unauffällig, fressen schlecht und nehmen ab. Sie stellen eine Ansteckungsgefahr für gesunde Tiere dar.

Phase 3 

- Chronische Phase
Wird der Erreger in Phase 2 nicht aus dem Körper ausgeschieden, kann es zur chronischen Phase kommen. Knochenmarksveränderungen führen zu einer milden bis schweren Verlaufsform.

Ein milder Verlauf bringt Lustlosigkeit und Müdigkeit, Appetitmangel, Abmagerung, Milz- und Lymphknotenschwellungen. Verdächtig für Ehrlichiose ist das Auftreten von Nasenbluten, Hautblutungen und Gliedmaßenödeme (Wasseransammlungen in den Beinen).

Bei der schweren Verlaufsform treten oben genannte Symptome auf, zusätzlich sind innere Organe betroffen. Es laufen autoimmune Prozesse ab, körpereigene Strukturen werden so verändert, dass sie vom Körper als fremd erkannt und vom eigenen Abwehrsystem bekämpft werden.

Seltene schwere Fälle führen zur Veränderung der Augenfarbe und zum Erblinden. Bei E. canis und E. ewingii können Gehirn- und Gehirnhautentzündungen zu epileptischen Anfällen und Bewegungsstörungen führen. Weiterhin werden Muskelentzündungen, -schwäche und –schwund mit Gelenkschmerzen beobachtet.

Behandlung

Zur Behandlung wird ein bestimmtes Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, das sogenannte Doxycyclin verwendet.  Es muss mindestens 10, besser 21 Tage lang verabreicht werden. Schon innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein.

Bei schwerwiegenden Fällen sind Bluttransfusionen unterstützend notwendig, um die Zeit bis zur ausreichenden, körpereigenen Blutzellen-Bildung zu überbrücken.

Zusätzliche, kurzzeitige Gaben von Kortison fördern den Heilungsprozess. Zur Stimulierung der Knochenmarks-Aktivität (Nachbildung von Blutzellen) werden zum Teil Anabolika gegeben.

Starkes Nasenbluten kann durch spezielle Nasentropfen zum Stillstand gebracht werden.
Homöopathische Präparate und Vitamin B können den Heilungsprozess unterstützen.

 

Borreliose

Borreliose, wird durch Zeckenbisse hervorgerufen.

Inkubationszeit:

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können mehrere Wochen bis Monate vergehen.

Symptome


Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Im Gegensatz zum Menschen scheint beim Hund das Stadium der Lokalreaktion (Erythema migrans) nicht aufzutreten. Hierbei tritt beim Menschen eine halbmondförmige bis kreisrunde, feuerrote Stelle an oder in der Nähe der Zeckenbissstelle auf.

Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder sogar Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss. Sichtbare Symptome entstehen häufig erst bei einer erneuten Infektion (Re-Infektion) oder bei Reaktivierung der Erreger, die irgendwo im Körper schlummern.

Die anfänglichen Symptome sind nicht sehr krankheitsspezifisch. Es treten

Müdigkeit
Appetitlosigkeit und
Fieber

auf, so wie man es bei vielen Infektionskrankheiten im Anfangsstadium antrifft. Im weiteren Verlauf beobachtet man Symptome wie

Steifigkeit der Gliedmaßen
Lahmheiten (Paresen)
Schwellungen und Schmerzen der Gelenke, meist wechselnd zwischen den Gelenken der Vorder- und Hintergliedmaßen.

Auch die Muskulatur kann betroffen sein, die Hunde bewegen sich dann wie bei hochgradigem Muskelkater. Die dadurch gezeigten Lahmheiten sind meist besonders intensiv nach dem Aufstehen. Die Gelenkveränderungen sind immunbedingt.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Es treten Nervenentzündungen (Polyneuritiden) und Überempfindlichkeiten (Hyperästhesien) im Rückenbereich auf. Auch das Herz und die Nieren (Glomerulonephritis) können befallen sein. Seltener treten akute Hautentzündungen (Dermatitiden) auf. Die Haut wird dann flammend rot mit wässrigen Ausschwitzungen. Dieses Erscheinungsbild nennt man Hot Spot.

Therapie

Eine zwei bis vier Wochen lange Antibiotikabehandlung mit:

Tetracyclinen (Doxycyclin)
Amoxicillin
Cephalosporin
Über die Wirksamkeit von Erythromycin gibt er unterschiedliche Meinung.

Borreliose muss lange behandelt werden, da sich diese Erreger sehr langsam vermehren. Zur Behandlung der Schmerzen können Aspirin und nicht kortisonhaltige Schmerzmittel verwendet werden. Um die Heilung von Nerven zu unterstützen, erfolgt eine Vitamin B-Gabe. Je nach Erkrankungsbild und betroffenen Organen können auch homöopathische Medikamente eingesetzt werden.

Prognose

Die Prognose ist immer mit Vorsicht zu stellen, da es zu Rückfällen und Reinfektionen kommen kann.

 

Babesiose

Die Erreger der Babesiose werden durch Zecken übertragen. Diese leben vornehmlich in den süd- und osteuropäischen Ländern, aber auch in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern ist es bereits zu Ansteckungen gekommen. Wichtig ist daher immer (auch gerade im Urlaub) eine wirksame Zecken-Prävention!

Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen. Bei zu später Erkennung kann die Babesiose zum Tod des Hundes führen.

Ab dem 4. Tag nach der Infizierung kann es zu leichten Symptomen kommen, ab dem 10. Tag werden diese Anzeichen bei einer akuten Infektion deutlich:

Anämie (Blutarmut)
Fieber
Appetitlosigkeit, Übelkeit
Lethargie, Schwäche
Dunkel verfärbter Urin (dunkelgelb bis rotbraun)
Vergrößerte Lymphknoten, geschwollene Milz
Evtl. Nierenversagen oder Gelbsucht

Neben der klinischen Untersuchung wird die Babesiose durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Rechtzeitig behandelt sind die Chancen sehr gut. Sind jedoch bereits zu viele rote Blutkörperchen zerstört, wirken Medikamente nicht mehr.

Bei einem chronischen Verlauf der Krankheit sind die hauptsächlichen Symptome wechselndes Fieber sowie ein ein Abbau der Körperkondition. Es kann jedoch auch zu Verdauungs- und Kreislaufstörungen, Störungen des zentralen Nervensystems, Ödemen oder respiratorischen Symptomen kommen.

Gerade bei Hunden aus dem Süden wird die Babesiose oft durch eine Ehrlichiose begleitet.

 

DIROFILARIOSE (Herzwurmerkrankung)

Herzwürmer werden durch große Stechmücken, manchmal auch durch Zecken oder Flöhe übertragen. Auch eine Infektion im Mutterleib ist möglich. Von der Haut wandern die Larven der Herzwürmer in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen so bis zum Herz. Die Würmer leben dann in den Blutgefäßen und können diese verstopfen. Die erwachsenen Würmer werden bis 30cm lang und siedeln sich häufig in der rechten Herzkammer und in der von dort in die Lunge führende Arterie an. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion. Atemnot, Gewichtsverlust und chronischer Husten sind typische Symptome.

Ein Nachweis im Labor ist erforderlich.

Als effektive Behandlung haben sich Spot-On-Präparate (Stronghold) erwiesen, da es auch die übertragenen Filarien im Blut abtötet.Große Würmer müssen eventuell operativ entfernt werden.

Gegen Dirofilariose bietet das Scalibor-Halsband keinen ausreichenden Schutz, da es die großen Stechmücken nicht abwehrt. Stronghold ist eine zuverlässige Alternative.

GIARDIOSE

Giardien sind Einzeller, die hauptsächlich durch die Aufnahme von verunreinigtem Trinkwasser in den Wirtskörper gelanden.

Hartnäckiger, schleimig gelblicher (manchmal auch blutiger) Durchfall ist ein typisches Symptom. Auch starker Juckreiz kann auftreten, was oftmals zu Fehldiagnosen führt.

Panacur ist DAS Mittel der Wahl. Entgegen der Empfehlung in der Packungsbeilage sollte bei starkem Befall die Behandlung über 5 Tage erfolgen, 3 Tage Pause und dann nochmals 5 Tage.

Im gleichen Haushalt lebende Tiere, sollten präventiv ebenfalls mit Panacur behandelt werden (laut Packungsbeilage)

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